Einblick in ein Hornissennest 

Dieses Hornissennest ist gut 50x40x30 cm gross und befand sich in einem Lagerraum, welcher längere Zeit nicht mehr benützt wurde.

Die ca. 10 cm dicke Aussenhülle dient als Schutz vor Feinden und Hitze. Im Innern des Nestes hängen etwa 8 Waben-Etagen übereinander. 

Das Nest wird hier vorsichtig vom Untergrund gelöst und in eine Transportbox gelegt. Danach wird es umgesiedelt. 

Jede Etage dieses Nestes beinhaltet jeweils etwa 300 einzelne, hängende Waben. Total also etwa 2'000 Waben.  

Die Hornissen bauen ihr Nest aus abgekautem Altholz, welches sie im Sommer in grossen Mengen benötigen. Dazu kauen die Hornissen bei Holzzäunen, Bäumen oder Holzgebäuden das Holz mit ihren scharfen Kiefern ab und bringen den mit Speichel vermischen Zellstoff zum Nest zurück.

Die Aussenhaut des Nestes besteht aus mehreren Zellulose-Schichten, welche das Nest mit den Waben vor Hitze und Kälte schützen. Zudem dient die kartonähnliche Aussenhaut auch als Schutz vor Fressfeinden, wie etwa dem Marder. Dieser würde noch so gerne das Nest plündern und die energiereichen Hornissenmaden verspeisen. Die Nester werden jedoch häufig so angelegt, dass die natürlichen Feinde nicht daran gelangen (z.B. überhängend oder in Mauer- und Baumritzen).

Sobald das Hornissennest mit den Waben bereit ist, legt die Königin in jede Wabe ein Ei. Daraus entwickelt sich dann in ein paar Wochen eine gelbliche, etwa 2 cm grosse Made (gut auf dem Bild links unter dem Nest zu erkennen: herausgefallene Maden). Sobald sich die Made verpuppt hat, werden die Waben mit einem weissen Deckel verschlossen. Nach ein paar Wochen schlüpfen daraus die jungen Hornissen. Diese beissen sich dann in mühsamer Arbeit durch den weissen Deckel hindurch. Dieses "knabbern" ist auch in der Nacht gut hörbar, z.B. wenn sich das Hornissennest über einem Schlafzimmer befindet. Siehe Video: 

Unterschied Einheimische und Asiatische Hornisse

Einheimische Hornisse

Asiatische Hornisse

Die Einheimische Hornisse ist heller gefärbt und etwas grösser als die Asiatische Hornisse. Ihr Nest baut die Einheimische Hornisse oft in Storenkästen, Baumhöhlen, unbenutzten Schuppen oder in Kaminen. Solange man das Nest und die Hornissen selber in Ruhe lässt, verhalten sich die Tiere friedlich.

Da Hornissen auch nachtaktiv sind, gelangen Sie häufig versehentlich in Wohnräume wenn in einem Raum nachts das Licht brennt und die Fenster offen stehen. Das kann mit Mückenschutznetzen verhindert werden.

Die Asiatische Hornisse ist relativ dunkel gefärbt und hat gelbe Beine. Zuerst erstellt die Asiatische Hornissenkönigin ein Primärnest. Später zieht dann das ganze Hornissenvolk in ein Sekundernäst um, welches sich häufig in einer Baumkrone befindet.

Die Asiatische Hornisse gilt als "Bienenkiller" und ist deshalb bei den Imkern ein sehr ungern gesehener Gast vor dem Bienenstock. Aus diesem Grund muss die Sichtung einer Asiatischen Hornisse - oder eines Nestes - dem jeweiligen Kanton gemeldet werden. 

Sind Sie nicht sicher, ob Sie ein Hornissennest der Asiatischen oder der Europäischen Hornisse gesehen haben? Dann melden Sie uns das bitte. Wir kommen dann rasch vorbei und klären das vor Ort ab.

Asiatische Hornissen und deren Nester sind meldepflichtig: